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18 Juni 2026

DSpico Hardware-Varianten


Vor ungefähr 6 Monaten wurde die DSpico veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Open Source Nintendo DS und Nintendo DSi Flashkarte. Man kann DS Flashkarten quasi als "DS Cartridge zu MicroSD Adapter" verstehen: sie können wie ein gewöhnliches Spiel in den DS Schacht gesteckt werden und Spiele und selbst entwickelte Apps können von einer MicroSD Karte, die in der Cartridge steckt, geladen werden. Dafür haben Flashkarten ein eigenes Menü. Die DSpico ist die erste und bisher einzige Nintendo DS Flashkarte, die den vollen DSi Modus unterstützt: nicht nur DS Games können gezockt werden, sondern mit DSi un 3DS Konsolen auch DSi Enhanced Spiele im DSi Modus, DSi exklusive Spiele und sogar DSiWare.
Dadurch, dass die DSpico Open Source ist, kann jede Person sie selbst herstellen lassen oder Variationen erstellen. Es folgt eine Liste mit den Variationen, die bisher Erstellt wurden. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die "originale" DSpico


Um einen Vergleich zu ermöglichen, gibt es erstmal einen Blick auf das originale Design der DSpico.
Die originale DSpico hat eine 3D-gedruckte Schale. Da das Plastik an einigen Stellen sehr dünn sein muss, funktioniert der Druck nur in einigen, wenigen Farben. Ebenfalls ist die 3D-gedruckte Schale nicht wirklich stabil.
An der oberen Kante gibt es einen Schacht für MicroSD-Speicherkarten und einen MicroUSB Anschluss. Der USB Anschluss wird für Firmware-Updates genutzt, die beispielsweise die Zugriffsgeschwindigkeit zwischen DS und SD Karte und den Energieverbrauch der Flashkarte verbessern können. Außerdem können mit einer bestimmten DS App Daten per USB auf die MicroSD Speicherkarte übertragen werden.
Die SD Karte ist dafür da, dass Spiele und das Menü darauf abgelegt werden können. Durch Updates des Menüs können neue Features wie beispielsweise Cheats hinzugefügt werden.

Für den Vergleich zu den anderen Karten sind hier außerdem Bilder der Leiterplatte der DSpico. Die originalen Entwickler der DSpico verkaufen die Karte nicht selbst.



Injection Molded Schale

Um eine stabilere Schale und eine größere Farbauswahl zu ermöglichen, gibt es inzwischen Versionen, die in dem "injection mold"-Verfahren erstellt werden.

Chis' Injection Mold Version


Es gibt unterschiedliche Hersteller für "normale" DSpico-Karten im Injection-Mold Verfahren. Als Beispiel ist hier das Produkt vom Chis Family Store aufgelistet. Dort wird die DSpico mit weißer und mit lillaner Leiterplatte angeboten.
Es kann sein, dass die Leiterplatte bei Injection Molded Varianten etwas modifiziert worden ist, damit die Produktionsrichtlinien des anderen Fertigungsverfahrens eingehalten werden können. Diese Änderungen sollten minimal sein und eine entsprechende Schale dürfte bessere Qualität als ein 3D Druck haben.
Bei der Auswahl der DSpico sollte man darauf achten, dass die Karte zumindest einige Stege zwischen den Kontakten hat. Andernfalls kann es zu Kontaktproblemen kommen.

Ace3DS Plus-Version




Eine kuriose Variante der DSpico mit einer Injection Molded Shell ist diese Version, die es beispielsweise bei diesem Händler gibt. Es wurde keine neue Form für die Plastikschale erstellt, sondern die Leiterplatte der DSpico wurde angepasst, um in eine schon existierende Form zu passen. Konkreter scheint es sich um eine Schale von dem Ace3DS Plus-Typ zu handeln: an den Seiten sind "Einkerbungen", um die Karte aus dem Schacht zu ziehen und auf der Rückseite ist ein MicroSD-Kartensymbol in das Plastik eingelassen. Außerdem hat diese Art zwei Stege zwischen den Kontakten: sie sind nur an den beiden äußersten Seiten.
Leider ist das Bild von der Stirnseite nicht besonders hoch aufgelöst. Es sieht allerdings so aus, als wäre der Bereich für den USB-Anschluss aus dem Plastik "geschnitten" worden. Die hellen Stressbereiche im Plastik können erahnt werden.



USB-C Version

Die Nachfrage nach DSpico-Versionen mit einem USB-C Anschluss anstelle des MicroUSB-Anschlusses scheint groß zu sein. Deshalb gibt es bereits mehrere Versionen mit dem entsprechenden Stecker. Dabei gilt zu beachten, dass das Layout der Leiterplatte verändert werden muss, damit ein USB-C Anschluss mit der dafür benötigten Elektronik in die Karte passt. Außerdem gibt es abseits des Anschlusses keine Vorteile durch USB-C. Ein USB-Datentransfer ist dadurch beispielsweise nicht schneller.

Menas USB-C Version


Da es mehrere Versionen von DSpico-Cartridges mit USB-C Anschluss gibt, sind hier nur zwei beispielhaft aufgeführt. Bei dem ersten Beispiel handelt es sich um Menas Version. Diese Karte scheint es sowohl mit einer Injection Molded Schale, als auch mit 3D gedruckter Hüllen zu geben. Auch hier wird normalerweise die Injection Molded Version besser sein.

Chis' USB-C Version

Ein weiterer Anbieter von einer USB-C Version ist ChisFamily Store. Diese Cartridge gibt es meines Wissens nach nur mit einer Injection Molded Schale.

Ein Blick auf die Leiterplatte zeigt, dass bei der USB-C Version viele Komponenten verwendet werden müssen. Es ist nicht ganz sicher, ob die empfohlenen Abstände noch eingehalten werden können.



Kein-USB Version

Es folgen zwei weitere Beispiele, die keinen USB-Anschluss haben. Dadurch kann normalerweise etwas Geld bei der Produktion gespart werden.
Allerdings haben solche Karten Nachteile: die Firmware kann nicht aktualisiert werden. Dadurch können beispielsweise nie die Icons im Menü der DS Konsolen getauscht werden. Sie sind dauerhaft auf der aktuellen Firmware "gefangen".
Außerdem kann der USB-Anschluss nicht in Homebrew-Anwendungen genutzt werden. Es gibt beispielsweise eine Anwendung, um Daten per USB auf die MicroSD-Speicherkarte in der Flashkarte zu kopieren.

DSpico lite


Die "DSpico lite" wird beispielsweise hier angeboten. Es kann sein, dass einige Pins an der Unterseite der Cartridge USB kompatibel sind. Dafür müsste man sich allerdings einen eigenen Adapter bauen, der ggf. die Spannungen ändert.

Eevicart

Die Eevicart wird von diesem Anbieter vertrieben. Sie passt in gewöhnliche Nintendo DS Game Repro-Schalen von Aliexpress und haben deshalb auch Injection Molded Schalen, die allerdings sehr eng in der Konsole sitzen. Neben dem fehlenden USB-Anschluss haben diese Karten nicht mal einen Schacht für MicroSD-Speicherkarten.

Dass die Karten keine weiteren Anschlüsse haben, ist Teil des Konzeptes: anstelle des MicroSD-Schachtes haben sie einen SDNAND-Chip (links auf dem oberen Bild). Es sind Karten mit SDNAND-Chips in Größen von 64MB (512MBit) bis zu 1GB (8GBit) bei dem Anbieter erhältlich. Bei dem SDNAND handelt es sich um einen Chip, der wie eine SD Karte angesprochen wird. Diese Cartridges sind dafür gedacht, DS Homebrew-Cartridges für Hobbyentwicklerinnen und Entwickler zu sein, die ihre eigenen Spiele darauf vertreiben können. Ebenfalls können sie für die Erstellung von Repros und Cartridges für Romhacks, Übersetzungspatches usw. genutzt werden.
Da es keinen direkten Zugriff auf die Daten in dem Chip gibt, kann es sein, dass die Karte durch Korruption des Speichers unbrauchbar wird. Bei anderen DSpico Varianten würde es ausreichen, die MicroSD Speicherkarte zu formatieren und die Daten erneut darauf zu kopieren. Für diese Karte würde man einen teuren Adapter benötigen, der aktuell noch nicht angeboten wird.
Bei einer Bestellung bei dem verlinkten Anbieter fallen zusätzliche Importkosten an. Hinzu kommen ggf. Gebühren von um die 10€ von dem Versanddienstleister für die Auslage der Importkosten.

Spiele auf Eevicart schreiben

Da es keine Speicherkarte gibt, die entnommen werden kann, muss eine andere Methode genutzt werden, um Spiele auf diese Cartridge zu schreiben. Dafür sind zwei Methoden angedacht: entweder mit einem offiziellen Tool, das noch nicht angeboten wird, oder mit einer Nintendo DS/DSi/3DS Konsole. 
Mit der Nintendo DS Homebrew App GodMode9i können Daten auf die Cartridge kopiert werden. Dafür muss das Tool zusätzlich zum Cartridge-Schacht Zugriff auf eine Speicherkarte haben, von der die Daten kopiert werden können. Die folgenden Kombinationen sind dafür denkbar:
  • Nintendo DS/DS Lite mit GBA Flashkarte im DS Modus
  • Nintendo DSi mit Unlaunch
  • Nintendo 3DS mit Luma
Nintendo DSi und Nintendo 3DS Konsolen müssen dafür gemodded sein. Außerdem muss GodMode9i auf eine Art gestartet werden, die Zugriff auf den Cartridge-Schacht erlaubt.
Wenn ein einzelnes Spiel direkt gestartet werden soll, kann man es "_picoboot.nds" nennen und in das Hauptverzeichnis der SD Karte kopieren. Bei mehreren Spielen empfiehlt sich, ein Menü zu nutzen. Für einen möglichst "professionellen" Eindruck sollte in den meisten Fällen vermutlich ein bestehendes Menü angepasst werden. Zum Testen kann man den PicoLauncher oder das DS Homebrew Menu nutzen.
Wenn mehrere Daten kopiert werden sollen, kann man außerdem mit der Eevicart die DS Homebrew Anwendung FTPD starten. Dadurch wird der DS zu einem FTP Server, auf den Daten über das Netzwerk kopiert werden können. Mit einem Nintendo DSi oder Nintendo 3DS wird sogar eine WPA-Verschlüsselung und damit moderne WLAN-Netzwerke unterstützt.
Vermutlich gibt es darüber hinaus weitere Methoden, um Daten auf die Eevicart zu übertragen. Denkbar wäre beispielsweise, einen DS Fire Link GBA zu USB Adapter zu nutzen.



Zukünftige Versionen

Es wird gemunkelt, dass gerade an einer DSpico-Version mit Infrarot gearbeitet wird. Der Infrarot-Blaster könnte in Spielen wie Pokémon Schwarze Edition 2 genutzt werden, um mit dem Pokéwalker zu kommunizieren.

02 Januar 2019

Sky3DS Plus Review (sky3dsplus.net)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität der Karte
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Um 3DS ROMs abzuspielen gibt es viele Optionen. Custom Firmwares aus der Community deren Installation etwas umständlicher ist, "alte" Flashkarten die eine eigene Custom Firmware benötigt haben (zum Beispiel die Gateway 3DS) und "neue" Flashkarten wie die Sky3DS oder die Stargate 3DS, die dem 3DS vorgaukeln ein tatsächliches physisches Spiel zu sein. Wechseln kann man das Spiel dabei mit zwei physikalischen Tasten an der Cartridge.
Die Flashkarte, die wir uns heute anschauen, ist nur noch unter einem Namen bekannt. Aber das war nicht immer so: früher gab es die gleiche Karte unter vielen Namen. Sky3DS, QQ3DS, R5SDHC und K3DS. Der Grund dafür war, dass die tatsächliche Hardware von einer unbekannten Firma hergestellt wird, die die "Rohlinge" an Onlineshops verkauft hat welche sie dann gebrandet und vermarktet haben. Deshalb gab es bis auf Verpackung und Tastenfarbe keine Unterschiede zwischen den Karten - funktionstechnisch waren alle gleich. Mit der Zeit hat sich allerdings nur die Sky3DS gehalten - die anderen Karten sind heutzutage nicht mehr verfügbar.
Seit den ersten Karten des Herstellers, der damals noch unter sky3ds.com erreichbar war, hat sich vieles getan. Man braucht keine extra Software mehr um Spiele auf die Karte zu kopieren, es gibt kein Limit von maximal 10 Spielen pro Karte mehr und inzwischen gibt es zwei Tasten sodass man nicht nur nach vorne, sondern auch zurück navigieren kann. Außerdem gibt es jetzt ein sogenanntes SkyDock als Zubehör, dessen Funktionen wir uns später genauer anschauen werden.
Der Artikel wurde mir freundlicherweise von dgchips.com bereitgestellt. Vielen Dank dafür!

Offizielle Funktionen (von der offiziellen Website, frei aus dem Englischen übersetzt):
- Enthält alle Funktionen der Sky3DS
- Plug & Play, einfach zu benutzen, kein weiteres Setup an der Konsole
- Spiele werden direkt per Download aus dem eShop aktualisiert
- Kostenlose Updates der Firmware, keine Angst vor Konsolen Bricks
- Wechseln der Spiele mit zwei orangen Tasten
- Kompatibel mit anderen 3rd party Homebrew Anwendungen
- AP Checks gelöst. Firmware aktualisierbar

2. Packung und Inhalt


Erstaunlicherweise hat nur die Flashkarte selbst eine Verpackung; SkyDock und MicroUSB Kabel werden lose in der Post verschickt. Das könnte daran liegen, dass bei der Flashkarte die höchste Gefahr besteht, dass etwas kaputt geht. Dementsprechend benötigt sie den meisten Schutz.
Die Verpackung ist eine einfache Hülle aus Plastik, die von Pappe umrahmt ist. Die Plastikschale kann man aufklappen um die Karte zu entnehmen ohne die Verpackung zu beschädigen. Auf die Pappe sind geklaute Bilder von Spielen, Filmen o.ä. gedruckt; der Aufdruck hat sich in den vergangenen Jahren mehrmals verändert. Außerdem befindet sich die Produktbezeichnung Sky3DS+ auf der Verpackung. Hinweise zur Entsorgung, ein CE Symbol, einen Barcode oder eine Liste mit den Funktionen der Karte befinden sich nicht auf der Packung.
Das weiße MicroUSB aus dem Lieferumfang ist nur sehr kurz aber es hat eine ausreichende Dicke. Ich würde davon ausgehen, dass es nicht allzu schnell kaputt geht.

Der Dritte im Bunde, das SkyDock, wird von einer harten Hülle aus mattem Plastik umrandet. Es fühlt sich nicht sehr hochwertig aber dafür relativ stabil an. Zusammengehalten wird es von 4 Schrauben. Außerdem gibt es einen Aufkleber auf dem der Name des Gegenstandes steht. Die Vorderseite enthält zwei Schlitze, in die Cartridges eingeführt werden können.

3. Qualität der Karte


Auf der Flashkarte selbst klebt ein großer Aufkleber mit dem Schriftzug "Sky3DS+", der URL "www.sky3dsplus.net" und weiteren geklauten Bildern. Der glänzende Sticker ist relativ glatt. Trotzdem kann man darunter leicht einige elektrische Chips erfühlen. Das Plastik der Karte hat fast den exakten Farbton wie der von originalen 3DS Spielen - nur das Nintendo Logo fehlt. Es ist sehr flach und leicht milchig durchsichtig. Wie 3DS Spiele hat auch diese Karte einen Knubbel damit man sie nicht in ältere DS Systeme schieben kann.
Neben dem MicroSD Kartenschlitz auf der Oberseite gibt es dort noch zwei orangefarbene Tasten. Mit ihnen kann man das Spiel, das der 3DS liest, ändern. Sie wirken halbwegs stabil; insbesondere im direkten Vergleich mit den Tasten der Stargate 3DS - allerdings sind sie etwas kleiner. Die linke Seite ziert ein MicroUSB Anschluss, in den das mitgelieferte MicroUSB Kabel passt. Von der Rückseite aus fallen die recht langen Kontakte auf, die alle mit Stegen getrennt sind. Dies ist gut um Kontaktprobleme zu vermeiden.
Leider ist die Sky3DS Plus Flashkarte festgeklebt sodass ich keine Bilder der Leiterplatte machen kann ohne sie zu beschädigen. Anders sieht es hingegen bei dem SkyDock aus; soweit ich es sehen kann sind dies sogar die weltweit ersten Bilder der Leiterplatte von dem SkyDock. Der Blick ins Innere bestätigt die Behauptung, dass es sich um eine schwarze Hülle handelt, in der zwei zusammengelötete 3DS Kartenslots sind. Davon abgesehen gibt es einige Widerstände und Kondensatoren.


4. Installation und Benutzung

Firmware aktualisieren
Als Erstes sollten wir schauen ob überhaupt ein Firmware Update für die Karte notwendig ist. Dafür kann man eine leere MicroSD Karte in die Flashkarte tun und die Flashkarte in den 3DS stecken. Nun sollte sich auf der SD Karte eine settings.txt-Datei befinden. Wenn man sie öffnet gibt es dort die Zeile "FIRMWARE_VERSION=", hinter der eine Nummer steht. Sollte die Zahl kleiner als 140 sein, dann ist ein Firmware Update empfohlen - zumindest wenn du in der Zukunft das SkyDock benutzen möchtest. Es wird außerdem dringend empfohlen Updates von einer MicroSD Karte aus auszuführen, die in FAT32 formatiert ist.
Jetzt können wir das aktuelle Update von der Sky3DS Website herunterladen: auf dieser Seite gibt es die aktuelle Sky3DS+ Firmware. Dann kann man das Update in das Hauptverzeichnis der eben erwähnten MicroSD Karte kopieren. Als Nächstes kann man die MicroSD in die Sky3DS+ tun und sie über den MicroUSB Anschluss mit einem Computer verbinden. Daraufhin sollte die LED für einige Sekunden rot leuchten und danach für einige Sekunden grün blinken. Sobald das Licht erlischt wurde die Sky3DS+ erfolgreich aktualisiert.
HINWEIS: Enterne nicht das USB Kabel oder die SD Karte während die Karte aktualisiert wird! Es könnte die Flashkarte beschädigen!
Als letztes solltest du noch die firmware.bin von der SD Karte in der Flashkarte löschen.
Wenn du keinen MicroSD Kartenleser hast, dann kannst du die Sky3DS Plus über das mitgelieferte USB Kabel mit dem PC verbinden. Sie funktioniert in diesem Fall als normaler MicroSD Reader.

Spiele ausführen
Um 3DS Spiele offline zu spielen müssen wir jetzt nur noch die .3DS ROMs auf die SD Karte der Flashkarte kopieren und das Modul danach in die Konsole stecken. Nun kann man mit den orangefarbenen Tasten das Spiel, das der 3DS gerade liest, wechseln. Dabei muss beachtet werden, dass es verschlüsselte und unveränderte 3DS ROMs sein müssen. Die Sky3DS tut so, als ob sie ein normales Spiel wäre und dementsprechend können nur ROMs von Spielen ausgeführt werden, die der 3DS ohne Tricks lesen würde. Veränderte Spiele (also zum Beispiel eShop Spiele, die zu einer 3DS ROM konvertiert wurden) können nicht mit der Karte abgespielt werden. Spiele aus einer anderen Region können auch nicht ohne weitere Tricks wie zum Beispiel eine Custom Firmware ausgeführt werden. Die Sky3DS+ hat im Gegensatz zur originalen Sky3DS kein maximales Spielelimit.
Bei vielen Spielen kann das ganze Tastendrücken dröge werden. Man kann die Taste ohne dass das nächste Spiel im 3DS Menü angezeigt wird drücken um schneller zu wechseln. Dabei sollte man nicht währenddem ein Spiel ausgeführt auf die Tasten kommen, da das für den 3DS so ist als wenn eine Cartridge mitten im Spiel entfernt wurde.
Die Speicherstände werden auf der MicroSD Karte in der Flashkarte gesichert. Damit werden sie "mitgenommen" wenn man die Karte in einen anderen 3DS steckt.

Homebrew ausführen
Da die Sky3DS+ ein echtes, physisches Spiel "emuliert" kann sie nicht ohne weiteres Homebrew ausführen. Man kann allerdings ROMs von Spielen, die einen für Homebrew nutzbaren Exploit haben, auf die Karte laden. Ein Beispiel dafür ist "Cubic Ninja", in dem es den bekannten NINJHAX Exploit gibt. Man muss lediglich einige Daten auf die SD vom 3DS kopieren und einige QR Codes einscannen um den Homebrew Launcher auszuführen.

Mit dem SkyDock 3DS Spiele kopieren

Wenn die Sky3DS Plus auf der aktuellen Version ist und man ein SkyDock besitzt, dann kann man mit der Karte sogar die CardID, den Speicherstand und ein Abbild von einem realen Spiel erstellen. Die CardID kann später verwendet werden um mit ROMs online zu spielen.
Zuerst muss man die Sky3DS Plus und ein echtes Spiel in das Sky Dock schieben. Hier sollte aufgepasst werden, dass der USB Anschluss der Sky3DS frei bleibt. Als nächstes kann man schon die Sky3DS über ein MicroUSB Kabel mit einem Computer oder einer anderen USB Spannungsquelle verbinden. Die blaue LED sollte aufblitzen und auf der SD Karte befindet sich jetzt eine savekeys.txt Datei, die den privaten Header des Spiels enthält. Wenn man jetzt kurz auf eine orange Taste drückt, dann sollte kurz ein rotes Licht aufblitzen. Jetzt sind zwei neue Dateien auf der SD: eine .CFG und eine .SAV. Ersteres enthält spezifische Informationen zur Cartridge (Cart ID, Flash ID etc). Die .SAV Datei ist eine Kopie des Speicherstands von dem Spiel, der mit der Sky3DS Plus kompatibel ist. Man kann also Backups an dem Punkt wo man mit einer echten Cartridge war weiterspielen.
Als letztes gibt es die Option Spiele zu kopieren, also ROMs zu erstellen. Dafür muss man die orange Taste so lange drücken bis die rote LED aufblinkt. Innerhalb einiger Minuten sollte sich die Farbe zu grün ändern. Sobald die LED aus ist sollte sich eine .3ds Datei auf der MicroSD Karte befinden. Es ist die Kopie des Spiels. Solange die LED leuchtet solltest du auf keinen Fall das USB Kabel abziehen oder eine Cartridge aus dem Dock entnehmen.
Die Zeit wie lange das Kopieren dauert hängt vom Spiel ab. Je größer das Spiel, desto länger dauert es. Unter Umständen muss man sich schon mal eine halbe Stunde oder länger gedulden.
In der Praxis funktioniert dieses Feature nur mittelmäßig gut. So konnte ich zum Beispiel keine 4GB großen Spiele getrimmt auf eine FAT32 MicroSD Karte dumpen.

Online spielen
Um 3DS Spiele, deren Cartridge man besitzt, online zu spielen, reicht es, die Cartridge und die .CFG Datei mit dem SkyDock zu dumpen (siehe "Mit dem SkyDock 3DS Spiele kopieren"). Jetzt sollte man mit dem Backup problemlos online spielen können. Allerdings ist es nicht empfohlen gleichzeitig mit der originalen Cartridge und einem Backup über das Internet zu spielen - es könnte in einen Bann resultieren. Außerdem werden die Eigenschaften des Spiels verändert sodass Speicherstände, die andere bzw. keine Headerinformationen haben, nicht mehr geladen werden können.
Damit wir auch andere ROMs online spielen können müssen wir als nächstes die settings.txt Datei auf der MicroSD Karte öffnen und folgende Zeile hinzufügen: "CREATE_PER_GAME_SETTINGS=1". Wenn du jetzt das Spiel, das du online spielen möchtest, mit der Sky3DS Plus startest, sollte sie eine .CFG-Datei erstellen. Sie hat den gleichen Namen wie die .3DS ROM.
Jetzt brauchen wir die .CFG Datei von dem Spiel, das wir gedumpt haben. Die können wir öffnen und die ersten 32 Buchstaben bzw. Ziffern kopieren. Die müssen wir in der .CFG Datei von dem Spiel, das wir online spielen wollen, einfügen. Danach sollte man das Spiel schon online spielen können. Sollte es nicht funktionieren kann man die Speicherdatei von dem Spiel, das man online spielen möchte, löschen. Das sollte das Problem beheben.

Weitere Optionen
Die Karte erstellt automatisch eine Datei mit dem Namen "settings.txt" auf der MicroSD Karte, wenn noch keine vorhanden ist. Neben der Option "Firmware_VERSION", die wir bereits verwendet haben, gibt es folgende Einträge:
DEFAULT_GAMESAVE_KEY: Der GAMESAVE_KEY wurde schon bei dem letzten Punkt erklärt. Hierbei handelt es sich um den Standardwert dafür
HIGH_SPEED_ENABLED: vermutlich eine Option um höhere Geschwindigkeiten freizuschalten. Ich habe keine offiziellen Informationen zu dieser Option gefunden
ACTIVITY_LED_COLOR: mit dieser Option kann eingestellt werden welche LEDs normalerweise leuchten sollen. Der Standartwert ist 000000. Je nach Farben die man aktivieren möchte kann man die linken, die mittleren oder die rechten beiden Doppelnullen durch FF ersetzen. Ein Beispiel wäre FF00FF
EEPROM_LED_COLOR: die hier eingestellten LEDs leuchten wenn auf den EEPROM der Flashkarte zugegriffen wird
SD_LED_COLOR: als letzte Option kann man die Farben für SD Zugriffe einstellen

Stromverbrauch
Diese Karte wirbt nicht mit einem "niedrigen Stromverbrauch". Da die Konkurrenz, also die Stargate 3DS, das allerdings tut wurde diese Karte auch einem Test unterzogen um zu schauen welche Karte länger durchhält. Den kompletten Testaufbau kann man übrigens im Stargate 3DS Review nachlesen. Der Test ist natürlich ziemlich fehleranfällig und nur ein bestimmter Fall. Er sollte höchstens als Richtwert verstanden werden.
In meinem Test hat die Sky3DS Plus ca. 151 Minuten (9030 Sekunden) durchgehalten. Damit liegt sie zwischen der Stargate (131 Minuten) und einem echten Spiel (162 Minuten); die Sky3DS Plus hat also weniger Energieverbrauch als die Stargate wodurch man länger ohne zwischendurch aufzuladen spielen kann.

5. Kompatibilität

Kurz gesagt: die Sky3DS Plus sollte mit jedem 3DS Spiel laufen.

3DS ROM Kompatibilität
- Cubic Ninja: Keine Probleme
- Ridge Racer 3D: Keine Probleme
- Sonic Generations: Keine Probleme
- The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D: Keine Probleme
- The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D: Keine Probleme
- Fireemblem Warriors (nur New 3DS): Keine Probleme
- Lego City Undercover - The Chase begins: Keine Probleme
- Lego Friends: Keine Probleme
- Mario Kart 7: Keine Probleme
- Transformers Prime The Game: Keine Probleme
- Bravely Second: Keine Probleme
- Shovel Knight: Keine Probleme
- Xenoblade Chronicles 3D (nur New 3DS): Keine Probleme
- Landwirtschaftssimulator 2012: Keine Probleme
- Landwirtschaftssimulator 2018: Keine Probleme (möglicherweise mehr Slowdowns)
- Pokemon Super Mystery Dungeon: Keine Probleme
- Pokemon Ultra Sonne: Keine Probleme (MicroSD muss in exFAT formatiert sein)
- New Super Mario Bros 2: Keine Probleme
- Spy Hunter: Keine Probleme
- Super Smash Bros for 3DS: Keine Probleme

6. Schlussergebnis

Alles, was diese Karte macht, tut sie so wie sie es soll. Viele Extrafeatures gibt es leider nicht, insbesondere kann die Karte nicht für NTRBoot genutzt werden, aber das SkyDock ist eine praktische Ergänzung. Ob sich die Karte allerdings lohnt hängt vom Fall ab. Heutzutage sind kostenlose Custom Firmwares aus der Community sehr leicht zu bedienen sodass sich die Sky3DS Plus nur lohnt wenn man keine Custom Firmware installieren möchte; zum Beispiel weil man in offiziellen Tournaments spielt, in denen gemoddete Konsolen verboten sind.

Positiv:
- Unterstützt alle 3DS Spiele & Konsolen
- Spiele können online gespielt werden
- Lange Kontakte, Stege zwischen allen Kontakten
- Sehr einfach zu benutzen
- Unterstützt FAT32 und exFAT Dateisystem
- Unterstützt getrimmte ROMs
. Mit USB Kabel und SkyDock sehr umfassender Lieferumfang
- Kein MicroSD Lesegerät erforderlich
- Farbe sehr ähnlich zu echtem 3DS Spiel
- Ermöglicht das Erstellen von Backups von originalen 3DS Spielen
-Geringerer Energieverbrauch als bei der Stargate 3DS

Negativ:
- Relativ teuer
- Unterstützt kein NTRBoot um Custom Firmwares zu installieren
- Unterstützt nicht direkt Homebrew
- Dumpen von Spielen relativ fehleranfällig

Noch einmal vielen Dank an dgchips.com für die Bereitstellung der Karte. Der Shop hat übrigens ein Lager innerhalb von Europa sodass man bei Bestellungen die innerhalb der EU versandt werden keine Angst vor dem Zoll haben muss.

14 November 2017

Xbox One Wireless Controller (weiß) + Xbox One Spiel- und Ladekit Review (Microsoft)


Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Verpackung und Inhalt
3. Qualität der Hardware
4. Inbetriebnahme
5. Benutzungskomfort
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Wenn man häufiger Videospiele am Computer spielt fällt einem irgendwann auf, dass immer mehr Videospiele für Konsolen optimiert wurden und die Steuerung nur notgedrungen auf den PC übertragen wurden. Das geht in manchen Fällen, wie z.B. bei "Brothers - A Tale of Two Sons" oder "Darksouls" so weit, dass der Entwickler einem stark zur Verwendung eines Controllers rät oder sie voraussetzt.
Wenn man sich auf dem PC-kompatiblen Gamepadmarkt umschaut wird man praktisch mit Angeboten überflutet - nur dass die Qualität der meisten Gamepads zweifelhaft ist. Eine Firma bei der man ziemlich garantiert eine gute Hardware bekommt ist Microsoft, deren Controller auch mit der eigenen XBox One Konsole verwendet werden können. Außerdem kann man sich ziemlich sicher sein, dass ein neueres Spiel für den PC, das Controller unterstützt, auch das XBox Gamepad unterstützt.
Da zu einem Controller meiner Meinung nach auch ein Akku gehört, wird das "Spiel- und Ladekit", das einen Akku und ein Ladekabel enthält, gleich mitbewertet.

Offizielle Funktionen des Gamepads(von der Verkaufsseite bei Amazon):
- Kompatibel mit Xbox One, Xbox One S und Windows 10
- Bluetooth Technologie für die Verwendung mit Windows 10 PC, Tablets und Smartphones
- Bis zu doppelter Funkreichweite als bisherige Controller
- Textured Grip (strukturierter Griff) für noch besseren Halt, 3,5mm-Klinkenstecker für Kopfhörer und Headsets
- Lieferumfang: XBox Wireless Controller, weiß, 2x AA-Batterien

Offizielle Funktionen des Ladekits (von der Verkaufsseite bei Amazon):
- Die Akkus werden während des Spielens und im Standby-Modus der Konsole aufgeladen
- In weniger als vier Stunden voll aufgeladen
- Nie wieder Geld für Einwegbatterien ausgeben
- Lieferumfang: Xbox One Spiel- und Ladekit

2. Verpackung und Inhalt

Der Controller

Die Verpackung von dem Gamepad zeigt selbiges auf einem weißen Hintergrund. Außerdem sind auf der Vorderseite das XBOX Logo und der Schriftzug "Wireless Controller" zu erkennen. An den anderen Seiten gibt es mehr oder weniger hilfreiche Informationen, Sicherheitshinweise und Werbetexte.

Wenn die Packung offen ist wird einem der Controller etwas wie ein Ehering auf einer schrägen Einlage aus sich künstlich anfühlender Pappe präsentiert. Unter der Pappe befinden sich noch Schnellstartanleitungen in unterschiedlichen Sprachen und ein Heftchen mit Garantie- und Sicherheitsbedienungen. Unter dem Controller sind zwei AA Batterien. Mehr ist nicht in der Packung enthalten.

Das Play & Charge Kit

Die Verpackung dieses Kits hat in allen Dimensionen etwa 2/3 der Verpackung des Controllers. Auf der Vorderseite sieht man auf grünem Hintergrund ein Bild vom Akku und von dem USB Kabel. Hier gibt es außerdem ein XBOX ONE Logo und den Text "Play & Charge Kit". Die restlichen Seiten sind ähnlich wie bei der Verpackung des Controllers mit Werbetexten, Sicherheitshinweisen und nützlichen Informationen bedruckt.

Auch hier werden einem der Akku und das USB Kabel auf einer Schräge aus künstlicher Pappe präsentiert - nur etwas flacher als bei dem Gamepad. Darunter wie gewohnt neben einer Schnellstartanleitung auf unterschiedlichen Sprachen ein Heftchen mit Garantie- und Sicherheitshinweisen.

3. Qualität der Hardware

Der Controller

Die weiße Oberfläche ist aus leicht geriffeltem Plastik, das sich nicht wirklich gut und nicht wirklich schlecht anfühlt. Die Unterseite ist für bessere Haftung (wie beworben) mit einer gummiartigen Oberfläche überzogen. Auf der oberen Seite gibt es neben der weiß leuchtenden XBox-Taste zwei Joy Sticks, eine "Ansicht-Taste" (Select), eine "Menü-Taste" (Start), zwei Sticks, ein sich ziemlich gut anfühlendes Steuerkreuz und A, B, X und Y. Vorne gibt es auf dem Controller zwei Bumper, zwei analoge Trigger die Vibrationsmotoren enthalten aber von fast keinem PC Spiel verwendet werden, einen USB Anschluss zum Laden und um den Controller per USB zu verwenden und eine "Wireless Enrollment-Taste" um den Controller per Bluetooth zu verbinden. Die hintere Seite enthält nur eine Abdeckung für die Batterien oder den Akku. Die untere Seite hat einen Anschluss für einen 3.5-mm-Kopfhörer und einen Erweiterungsanschluss für eine Tastatur, eine Audiosteuerung o.ä.

Das Play & Charge Kit

Mit laut Mediamarkt 2.8m gehört das schwarze MicroUSB Typ-B Kabel schon zu den längeren Kandidaten. Der große Anschluss für den Computer glänzt schwarz und hat ein eingraviertes XBOX Logo. Das andere Ende ist auch glänzend und enthält eine LED um den Ladezustand anzuzeigen. Insgesamt macht das Kabel einen relativ stabilen Eindruck. Aufgrund der Länge kann die Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu kürzeren Kabeln beeinträchtigt werden.
Der Akku ist mit der ungefähren Größe von zwei AA Batterien damit er in das Batteriefach passt für einen Lithium-Ion basierenden Akku eher klein und hält deshalb nicht ganz so lange wie Batterien. Dem Typ entsprechend ist der Akku sehr leicht, auch im Vergleich mit zwei AA Batterien.

4. Inbetriebnahme

Da ich keine XBox besitze werde ich hier nur auf Android, Linux und Windows eingehen.
Leider sind die Informationen zu diesem Gamepad sehr unvollständig und die Hilfe von Microsoft hilft auch nicht wirklich. So konnte ich z.B. nicht zuverlässig feststellen welche Bluetooth Versionen das Gamepad unterstützt (mit einem Bluetooth 4.0 Adapter hat das Gamepad kein Problem aber ein Bluetooth 2.0 Dongle wurde nicht unterstützt) oder welche Erweiterungen für den Erweiterungsanschluss mit Bluetooth oder USB funktionieren. Die meisten Erweiterungen scheinen u.a. mit dem offiziellen Adapter zu funktionieren, den ich allerdings nicht testen konnte.

Vorbereitung

Zuerst müssen entweder zwei AA-Batterien, z.B. die Mitgelieferten oder der Akku in das Gamepad eingesetzt werden. Wenn man das Gamepad per USB unter Windowsversionen ab 7 verwenden möchte, kann man es mit dem Kabel aus dem "Play & Charge Kit" oder einem anderen handelstypischen Micro-B zu Typ-A USB Kabel verbinden. Schon kann das Gamepad verwendet werden. Wenn man einen Kopfhörer an den entsprechenden Anschluss anschließt werden die PC Boxen deaktiviert und der Ton wird über die Kopfhörer ausgegeben. Die Erweiterungen für den Erweiterungsanschluss konnte ich in diesem Review leider nicht testen. Unter Android wurde das Gamepad nicht per USB erkannt.
Bevor die Batterien ganz leer sind hört das Gamepad auf zu vibrieren. Eine andere Ladezustandsanzeige hat das Gamepad nicht.

Verbindung per Bluetooth


Da es keine offiziellen Angaben dazu gibt welche Bluetooth Version benötigt wird um den Controller zu verwenden und ein älterer nicht unterstützt wurde empfehle ich bei dem Neukauf eines Dongles Bluetooth 4.0. Außerdem musst du Windows 10 als Betriebssystem haben. Unter Android lief der Controller mit der Version 4.2.0 und späteren. Ob frühere Versionen den Controller auch nutzen können weiß ich nicht. Offiziell wird per Bluetooth nur ein Controller auf einmal unterstützt aber wenn man keinen sehr, sehr schlechten Bluetooth Dongle hat sollten mehrere Controller kein Problem sein.
Um das Gameapad per Bluetooth zu verwenden muss man es erst koppeln. Dafür muss an Computer/Konsole/Handy der Suchlauf aktiviert werden. Dann muss so lange auf das XBox Logo vom Controller gedrückt werden, bis es langsam blinkt oder dauerhaft leuchtet. Wenn man jetzt die "Wireless Enrollment-Taste" gedrückt hält bis die XBox Taste schnell blinkt ist das Gamepad für andere Bluetooth Geräte Sichtbar und kann mit diesen verbunden werden. Wenn die Batterien ausgetauscht wurden muss der Controller erneut mit dem Gerät verbunden werden.
Unter Windows kann der Controller jetzt in Videospielen verwendet werden, bei Android ist es sogar möglich das Hauptmenü damit zu steuern. Der Kopfhöreranschluss funktioniert leider nicht im Bluetooth Modus.

Verbindung per Bluetooth (Ubuntu Mate)

Falls sich hier ein Linux Nutzer hin verirrt hat sollte noch angemerkt sein, dass die Verbindung unter Linux ein paar Schritte mehr benötigt. Ich habe mich grob an diese Anleitung gehalten aber die Funktionalität nicht in größerem Umfang getestet.
Zuerst muss man sich root-Rechte in dem Terminal verschaffen, das geht mit "sudo su". Möglicherweise wird man aufgefordert, das Benutzerpasswort anzugeben. Dann kann man "echo 1 > /sys/module/bluetooth/parameters/disable_ertm" eintippen und bestätigen. Jetzt kann man auf die "Wireless Enrollment-Taste" drücken um das Gamepad bereit zum Pairen zu machen. Als Nächstes muss man den Befehl "bluetoothctl" ausführen und "scan on" eingeben. Nach ein paar Sekunden sollte der XBox Controller als "Xbox Wireless Controller" erkannt werden; links daneben sollte die MAC-Adresse des Gamepads stehen.
Als Nächstes sollte "pair xxx" eingegeben werden, wobei xxx durch die MAC-Adresse des Gamepads ersetzt werden muss. Wenn das XBox Logo am Gamepad wieder normal blinkt oder aus ist muss man es ggf. anschalten und wieder die "Wireless Enrollment-Taste" drücken bis es schnell blinkt. Dann muss am Computer "connect xxx" eingegeben werden; auch hier muss xxx durch die MAC-Adresse des Controllers ersetzt werden. Jetzt sollte das XBox Logo des Gamepads dauerhaft leuchten und man sollte es verwenden können.

Akkus laden

1.2V Akkus in Batterieform müssen zum Laden aus dem Gamepad herausgenommen werden. Direkt über den USB Anschluss kann nur der offizielle Akku geladen werden. Dafür muss er nur über ein Kabel mit einem USB Host Anschluss verbunden werden - sei es ein Steckdosenadapter oder der Anschluss eines Computers/einer Konsole. Wenn man das offizielle USB Ladekabel verwendet leuchtet die LED am MicroUSB Anschluss Orange bis das Gamepad vollgeladen ist. Dann leuchtet sie weiß.

Controller aktualisieren


Unter Windows 10 kann man sich im Store die "Xbox Zubehör" App herunterladen. Hauptsächlich ist sie dafür da die Tastenbelegung des Elitecontrollers zu ändern (mit diesem Controller geht das nicht in der App) aber aktualisieren kann man ihn dort auch. Dafür muss man den Controller im Idealfall nur per USB mit dem Computer verbinden, die App starten, "Geräteinfo" auswählen und dort auf die entsprechende Option drücken. Nach meiner Erfahrung gibt es aber häufiger mal Probleme mit der App und in dem halben Jahr seitdem ich den Controller verwende ist maximal eine Aktualisierung erschienen. Die App auf der XBox One Konsole soll immerhin besser funktionieren.

Tasten neu konfigurieren

Auch wenn diese Funktion nicht von der Xbox Zubehör App unterstützt wird gibt es Software von Drittanbietern um die Tasten neu zu konfigurieren. Dazu zählen auch die entsprechenden Funktionen vom Steam Big Picture Mode, die erst exklusiv für Steam Controller waren. Damit kann man nicht nur die Tastenbelegung in Spielen ändern (ggf. muss das Spiel im Steam Client als Steam fremdes Spiel hinzugefügt werden) sondern auch den Desktop usw. per Controller bedienen.

5. Benutzungskomfort

Das Gamepad liegt gut in der Hand. Die Gesamtform des Wii U Pro Controllers gefällt mir zwar etwas besser aber dafür sind die Tasten etwas besser positioniert wodurch beide gleich auf sind. Die Druckpunkte des Steuerkreuzes sind sauber definiert. Die A, B, X und Y Tasten sind ein wenig wackelig aber das stört beim Spielen nicht wirklich. Der Rumbleeffekt ist stark genug, damit man eine deutliche Bewegung spürt und gefällt mir sehr gut. Von dem Gefühl und der Hardware her ein sehr gutes Gamepad.
Wenn man das Gamepad an einem PC mit Bluetooth verbinden möchte fängt der Ärger an und geht weiter wenn man das Gamepad aktualisieren möchte. Während das ganze auf der XBox laut Berichten funktioniert scheitert es bei der App für den PC gerne schon am Erkennen des Controllers.
Mein PC ist bei einigen Spielen abgestürzt als ich den Controller verwenden wollte. Da solche Berichte relativ selten sind gehe ich allerdings davon aus, dass das am PC und nicht am Controller liegt.

6. Schlussergebnis

Die Hardware des Controllers ist wie von Microsoft gewohnt sehr gut. Er liegt gut in der Hand, das Steuerkreuz wurde verbessert und insgesamt fühlt sich alles gut und richtig an. Bei der Software sieht das leider anders aus - die App hat schon Probleme das Gamepad zu erkennen; das schaffen selbst billige Chinacontroller besser. Dabei hilft auch nicht die absolut unzureichende Informationspolitik bei der nicht mal erwähnt wird was für eine Bluetooth Version das Gamepad benötigt. Immerhin ist kein 20€ teurer Adapter mehr wie bei den Vorgängern nötig - er kann mit normalen Bluetooth Sticks verbunden werden. Mit einigen Tricks funktioniert das Gamepad auch unter Linux.

Positiv:
- Liegt gut in der Hand
- Mit sehr vielen Spielen kompatibel; sehr viele Spiele für XBox Controller optimiert
- Unterstützt Bluetooth, proprietäres drahtloses Protokoll und USB
- Firmware aktualisierbar
- Kompatibel mit Windows, Android, Linux und weiteren Betriebssystemen
- Gute Batterielaufzeit
- Option eigene Farbkombination zusammenzustellen

Negativ:
- Akku nicht enthalten; beides zusammen relativ teuer
- Keine Ladezustandsanzeige
- Updatesoftware mangelhaft
- Schlechte Informationspolitik

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