Vor ungefähr 6 Monaten wurde die DSpico veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Open Source Nintendo DS und Nintendo DSi Flashkarte. Man kann DS Flashkarten quasi als "DS Cartridge zu MicroSD Adapter" verstehen: sie können wie ein gewöhnliches Spiel in den DS Schacht gesteckt werden und Spiele und selbst entwickelte Apps können von einer MicroSD Karte, die in der Cartridge steckt, geladen werden. Dafür haben Flashkarten ein eigenes Menü. Die DSpico ist die erste und bisher einzige Nintendo DS Flashkarte, die den vollen DSi Modus unterstützt: nicht nur DS Games können gezockt werden, sondern mit DSi un 3DS Konsolen auch DSi Enhanced Spiele im DSi Modus, DSi exklusive Spiele und sogar DSiWare.
Dadurch, dass die DSpico Open Source ist, kann jede Person sie selbst herstellen lassen oder Variationen erstellen. Es folgt eine Liste mit den Variationen, die bisher Erstellt wurden. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die "originale" DSpico
Um einen Vergleich zu ermöglichen, gibt es erstmal einen Blick auf das originale Design der DSpico.
Die originale DSpico hat eine 3D-gedruckte Schale. Da das Plastik an einigen Stellen sehr dünn sein muss, funktioniert der Druck nur in einigen, wenigen Farben. Ebenfalls ist die 3D-gedruckte Schale nicht wirklich stabil.
An der oberen Kante gibt es einen Schacht für MicroSD-Speicherkarten und einen MicroUSB Anschluss. Der USB Anschluss wird für Firmware-Updates genutzt, die beispielsweise die Zugriffsgeschwindigkeit zwischen DS und SD Karte und den Energieverbrauch der Flashkarte verbessern können. Außerdem können mit einer bestimmten DS App Daten per USB auf die MicroSD Speicherkarte übertragen werden.
Die SD Karte ist dafür da, dass Spiele und das Menü darauf abgelegt werden können. Durch Updates des Menüs können neue Features wie beispielsweise Cheats hinzugefügt werden.
Für den Vergleich zu den anderen Karten sind hier außerdem Bilder der Leiterplatte der DSpico. Die originalen Entwickler der DSpico verkaufen die Karte nicht selbst.
Injection Molded Schale
Um eine stabilere Schale und eine größere Farbauswahl zu ermöglichen, gibt es inzwischen Versionen, die in dem "injection mold"-Verfahren erstellt werden.
Chis' Injection Mold Version
Es gibt unterschiedliche Hersteller für "normale" DSpico-Karten im Injection-Mold Verfahren. Als Beispiel ist hier das Produkt vom Chis Family Store aufgelistet. Dort wird die DSpico mit weißer und mit lillaner Leiterplatte angeboten.
Es kann sein, dass die Leiterplatte bei Injection Molded Varianten etwas modifiziert worden ist, damit die Produktionsrichtlinien des anderen Fertigungsverfahrens eingehalten werden können. Diese Änderungen sollten minimal sein und eine entsprechende Schale dürfte bessere Qualität als ein 3D Druck haben.
Bei der Auswahl der DSpico sollte man darauf achten, dass die Karte zumindest einige Stege zwischen den Kontakten hat. Andernfalls kann es zu Kontaktproblemen kommen.
Ace3DS Plus-Version
USB-C Version
Die Nachfrage nach DSpico-Versionen mit einem USB-C Anschluss anstelle des MicroUSB-Anschlusses scheint groß zu sein. Deshalb gibt es bereits mehrere Versionen mit dem entsprechenden Stecker. Dabei gilt zu beachten, dass das Layout der Leiterplatte verändert werden muss, damit ein USB-C Anschluss mit der dafür benötigten Elektronik in die Karte passt. Außerdem gibt es abseits des Anschlusses keine Vorteile durch USB-C. Ein USB-Datentransfer ist dadurch beispielsweise nicht schneller.
Menas USB-C Version
Da es mehrere Versionen von DSpico-Cartridges mit USB-C Anschluss gibt, sind hier nur zwei beispielhaft aufgeführt. Bei dem ersten Beispiel handelt es sich um Menas Version. Diese Karte scheint es sowohl mit einer Injection Molded Schale, als auch mit 3D gedruckter Hüllen zu geben. Auch hier wird normalerweise die Injection Molded Version besser sein.
Chis' USB-C Version
Ein weiterer Anbieter von einer USB-C Version ist ChisFamily Store. Diese Cartridge gibt es meines Wissens nach nur mit einer Injection Molded Schale.Ein Blick auf die Leiterplatte zeigt, dass bei der USB-C Version viele Komponenten verwendet werden müssen. Es ist nicht ganz sicher, ob die empfohlenen Abstände noch eingehalten werden können.
Kein-USB Version
Es folgen zwei weitere Beispiele, die keinen USB-Anschluss haben. Dadurch kann normalerweise etwas Geld bei der Produktion gespart werden.
Allerdings haben solche Karten Nachteile: die Firmware kann nicht aktualisiert werden. Dadurch können beispielsweise nie die Icons im Menü der DS Konsolen getauscht werden. Sie sind dauerhaft auf der aktuellen Firmware "gefangen".
Außerdem kann der USB-Anschluss nicht in Homebrew-Anwendungen genutzt werden. Es gibt beispielsweise eine Anwendung, um Daten per USB auf die MicroSD-Speicherkarte in der Flashkarte zu kopieren.
DSpico lite
Die "DSpico lite" wird beispielsweise hier angeboten. Es kann sein, dass einige Pins an der Unterseite der Cartridge USB kompatibel sind. Dafür müsste man sich allerdings einen eigenen Adapter bauen, der ggf. die Spannungen ändert.
Eevicart
Die Eevicart wird von diesem Anbieter vertrieben. Sie passt in gewöhnliche Nintendo DS Game Repro-Schalen von Aliexpress und haben deshalb auch Injection Molded Schalen, die allerdings sehr eng in der Konsole sitzen. Neben dem fehlenden USB-Anschluss haben diese Karten nicht mal einen Schacht für MicroSD-Speicherkarten.Dass die Karten keine weiteren Anschlüsse haben, ist Teil des Konzeptes: anstelle des MicroSD-Schachtes haben sie einen SDNAND-Chip (links auf dem oberen Bild). Es sind Karten mit SDNAND-Chips in Größen von 64MB (512MBit) bis zu 1GB (8GBit) bei dem Anbieter erhältlich. Bei dem SDNAND handelt es sich um einen Chip, der wie eine SD Karte angesprochen wird. Diese Cartridges sind dafür gedacht, DS Homebrew-Cartridges für Hobbyentwicklerinnen und Entwickler zu sein, die ihre eigenen Spiele darauf vertreiben können. Ebenfalls können sie für die Erstellung von Repros und Cartridges für Romhacks, Übersetzungspatches usw. genutzt werden.
Da es keinen direkten Zugriff auf die Daten in dem Chip gibt, kann es sein, dass die Karte durch Korruption des Speichers unbrauchbar wird. Bei anderen DSpico Varianten würde es ausreichen, die MicroSD Speicherkarte zu formatieren und die Daten erneut darauf zu kopieren. Für diese Karte würde man einen teuren Adapter benötigen, der aktuell noch nicht angeboten wird.
Bei einer Bestellung bei dem verlinkten Anbieter fallen zusätzliche Importkosten an. Hinzu kommen ggf. Gebühren von um die 10€ von dem Versanddienstleister für die Auslage der Importkosten.
Spiele auf Eevicart schreiben
Da es keine Speicherkarte gibt, die entnommen werden kann, muss eine andere Methode genutzt werden, um Spiele auf diese Cartridge zu schreiben. Dafür sind zwei Methoden angedacht: entweder mit einem offiziellen Tool, das noch nicht angeboten wird, oder mit einer Nintendo DS/DSi/3DS Konsole.
Mit der Nintendo DS Homebrew App GodMode9i können Daten auf die Cartridge kopiert werden. Dafür muss das Tool zusätzlich zum Cartridge-Schacht Zugriff auf eine Speicherkarte haben, von der die Daten kopiert werden können. Die folgenden Kombinationen sind dafür denkbar:
- Nintendo DS/DS Lite mit GBA Flashkarte im DS Modus
- Nintendo DSi mit Unlaunch
- Nintendo 3DS mit Luma
Nintendo DSi und Nintendo 3DS Konsolen müssen dafür gemodded sein. Außerdem muss GodMode9i auf eine Art gestartet werden, die Zugriff auf den Cartridge-Schacht erlaubt.
Wenn ein einzelnes Spiel direkt gestartet werden soll, kann man es "_picoboot.nds" nennen und in das Hauptverzeichnis der SD Karte kopieren. Bei mehreren Spielen empfiehlt sich, ein Menü zu nutzen. Für einen möglichst "professionellen" Eindruck sollte in den meisten Fällen vermutlich ein bestehendes Menü angepasst werden. Zum Testen kann man den PicoLauncher oder das DS Homebrew Menu nutzen.
Wenn mehrere Daten kopiert werden sollen, kann man außerdem mit der Eevicart die DS Homebrew Anwendung FTPD starten. Dadurch wird der DS zu einem FTP Server, auf den Daten über das Netzwerk kopiert werden können. Mit einem Nintendo DSi oder Nintendo 3DS wird sogar eine WPA-Verschlüsselung und damit moderne WLAN-Netzwerke unterstützt.
Vermutlich gibt es darüber hinaus weitere Methoden, um Daten auf die Eevicart zu übertragen. Denkbar wäre beispielsweise, einen DS Fire Link GBA zu USB Adapter zu nutzen.
Zukünftige Versionen
Es wird gemunkelt, dass gerade an einer DSpico-Version mit Infrarot gearbeitet wird. Der Infrarot-Blaster könnte in Spielen wie Pokémon Schwarze Edition 2 genutzt werden, um mit dem Pokéwalker zu kommunizieren.





















