Samstag, 3. September 2022

GBA Repros neu beschreiben Teil 2: Patches und Emulatoren

Seit einigen Jahren steigen die Preise von Retro-Videospielen. Das ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass das Retrogaming selbst von Jahr zu Jahr an Popularität gewinnt. Um nicht auf ROMs aus dem Internet zurückgreifen zu müssen, wurde in diesem Blog vor einem halben Jahr ein Experiment gemacht: ist es möglich, sich bei eBay Spiele-Reproduktionen zu kaufen und diese mit einer eigenen ROM zu beschreiben? Um eine legitime Quelle für die genutzten GBA ROMs zu haben, wurden die Spiele im Wii U eShop gekauft und aus der Wii U Virtual Console extrahiert. Schon damals ist das Problem aufgetreten, dass GBA Spiele unterschiedliche Speichertypen haben und die genutzten Repros einen sogenannten FLASH-Speicher genutzt haben: nur wenige Spiele sind mit dem Speichertyp kompatibel. Viele GBA Spiele nutzen einen SRAM Chip zum speichern, der allerdings eine Batterie benötigt, um den Speicherstand dauerhaft zu halten.
Den vorherigen Post kannst du hier noch einmal lesen. Dort ist auch beschrieben, wie die neuen ROMs auf eine Cartridge geschrieben werden können. In diesem Beitrag soll es um alternative Methoden gehen, bei denen das Speicherproblem nicht auftritt oder umgangen wird.

Iridion 3D und Iridion II

Bei dem vorherigen Beitrag war die Lösung für das Speicherproblem, dass einfach Virtual Console Spiele genutzt wurden, die keinen Speicherchip nutzen. In dem Spiel Namco Museum aus der Wii U GBA Virtual Console kann man beispielsweise gar nicht speichern. Eine andere Methode ohne Speicherchips zu speichern waren Passwörter. Spiele gaben dem Spieler oder der Spielerin einen Code, der beim nächsten Start eingegeben werden konnte. So wurde der Fortschritt im Spiel beibehalten.
Zwei der Spiele, die diese Technik nutzen, Iridion 3D und Iridion II, werden heutzutage von Piko Interactive bei Steam verkauft. Die GBA-ROM befindet sich in dem Installationsverzeichnis in einem "res" Ordner und heißt "game". Sie kann einfach zu der Dateiendung .gba umbenannt werden und auf die Repro-Cartridge geschrieben werden.
Leider muss man sich zwischen den Spielesessions das Passwort merken. Eine Alternative dazu ist die Nutzung einer Flashkarte, die Real Time Save bzw. Savestates unterstützt. Leider funktioniert auch das auf echter Hardware nicht perfekt und natürlich nutzt man dann wieder eine Flashkarte und keine echte Cartridge.

Rick Roll

Grundsätzlich ist es möglich, Videodateien in GBA-Dateien zu konvertieren. Leider konnte ich diese nur auf einer Flashkarte mit Menü und nicht als einzelne Cartridge nutzen. Dafür gibt es zwei unterschiedliche .gba-Dateien, die zum Rickrolling gedacht sind. So kann man beispielsweise eine "GTA 5 GBA"-Cartridge erstellen, die ein Troll ist.

Spiele mit Patches

Für einige Spiele, die andere Speichermethoden nutzen, gibt es Patches. Werden diese genutzt, können auch andere Spiele auf Cartridges ohne SRAM Batterie speichern. Leider müssen diese Patches speziell für jedes Spiel angepasst werden und sind deshalb nur für eine sehr begrenzte Menge von Spielen verfügbar. Sie können hier heruntergeladen und mit einer entsprechenden Patcher-Anwendung auf eine ROM des Spiels angewandt werden. Zum Anwenden von Patches mit der .ips-Endung kann diese Anwendung genutzt werden und für .bps-Patches kann dieses Programm verwendet werden. Eine Quelle für die originalen ROMs kann in diesem Fall wieder die Wii U GBA Virtual Console sein.
Es folgt eine Tabelle damit, wie viele der Patches von der Seite mit den entsprechenden ROMs aus den Wii U Virtual Console Spielen kompatibel waren.

Kompatibilität:

  • Advance Wars (Wii U Virtual Console): Keine Probleme
  • Castlevania Aria of Sorrow (Castlevania Advance Collection): 
  • Castlevania Circle of the Moon (Castlevania Advance Collection): 
  • Castlevania Harmony of Dissonance (Castlevania Advance Collection): 
  • Onimusha Tactics (Wii U VC): Keine Probleme
  • Super Mario Advance 4 - Super Mario Bros 3 (Wii U VC): ROM inkompatibel
  • Warioland 4 (Wii U VC): Speichert nicht

Leider scheinen nicht alle Reproarten und nicht alle ROMs mit allen Patches kompatibel zu sein. Es sollte also vor der Benutzung kontrolliert werden, dass die Spiele auch wirklich speichern. Davon abgesehen sind die Patches aber auf jeden Fall eine gute Ergänzung.

Emulatoren

In eine etwas andere Richtung geht dieser Punkt. Für den GBA gibt es einige Emulatoren, die aus der Homebrew Community stammen. Beispielsweise können damit NES und Gameboy Spiele auf dem Gameboy Advance gespielt werden. Anstatt der originalen Versionen der Emulatoren, die nur auf Cartridges mit Batterie speichern, kann eine angepasste Version von pocketNES für NES Spiele oder Goomba für Gameboy und Gameboy Color Spiele genutzt werden, die auf Repros mit FLASH-Speicher speichern kann. Dadurch lassen sich sogar eigene GBA Collections mit beispielsweise den Gameboy Zelda-Titeln oder den Disney NES Spielen erstellen. Die Gameboy und Gameboy Color Spiele können sogar auf einem Gameboy Micro und einem Nintendo DS/DS Lite ausgeführt. Diese Konsolen können eigentlich keine Gameboy-Cartridges abspielen.
ROMs für Gameboy und NES gibt es in unterschiedlichen Kollektionen. Eine Liste mit Kollektionen, die ROMs enthalten, gibt es hier.

PocketNES (NES Emulator)

Die angepasste Version von PocketNES gibt es hier. Es gibt jedoch die gewohnten Probleme mit NES Emulation auf einem Gameboy Advance: da die Bildschirmauflösung des NES' höher als die Bildschirmauflösung vom GBA ist, müssen entweder Pixel abgeschnitten oder das Bild muss gestaucht werden. Außerdem kann es aufgrund dessen, dass der GBA keine besonders leistungsstarke Konsole ist, zu Emulationsfehlern kommen.

Für das Erzeugen einer ROM, die man auf eine Karte schreiben kann, werden aus dem Release die "pocketnes.gba"-Datei und die "pnesmmw12a.zip"-Datei benötigt. Die .zip-Datei muss entpackt und die daraus resultierende "pnesmmw.exe"-Datei muss ausgeführt werden. Sie ist das Programm, mit dem die Spiele zu der GBA ROM hinzugefügt werden.
Zuerst müssen in dem Menu Maker neue Spiele hinzugefügt werden. Dafür kann man ganz unten neben dem "Make Rom" Button und neben dem "Refresh" Button auf den Button mit drei Punkten klicken. Hier kann der Ordner ausgewählt werden, der die NES ROMs enthält. Mit den entsprechenden Buttons kann zwischen "Info", also dem ROM-Namen und "Menu", also der Ansicht wie sie im fertigen Menü ist, tauschen. Auf der rechten Seite gibt es die Möglichkeit, für die einzelnen Spiele Anpassungen vorzunehmen. So kann der Name im Menü geändert werden. Außerdem kann ein Spiel aus dem Menü ausgeschlossen werden und es können einige Hacks genutzt werden, um möglicherweise auftretende Kompatibilitätsprobleme zu beheben.
In den Einstellungen, die sich hinter "Options" verbergen, können die Pfade einiger Dateien angepasst werden. Außerdem gibt es zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten, die relativ selbsterklärend sein sollten. Wenn alles, inklusive der "pocketnes.gba"-Datei, im gleichen Ordner ist, müssen keine Dateipfade angepasst werden.
Durch Klick auf "Make Rom" wird eine "PocketNESMenu.gba"-Datei erstellt, die auf eine Cartridge geschrieben werden kann. Sie enthält den NES Emulator und die Spiele. Dabei darf die fertige Datei natürlich nicht größer als die Menge an Speicherplatz sein, die auf der Cartridge vorhanden ist. 

Auf einem GBA ausgeführt, wird ein Menü angezeigt, das die einzelnen Spiele enthält. Nachdem innerhalb des Spiels gespeichert wurde, müssen die beiden Schultertasten L und R gleichzeitig gedrückt werden, damit der Speicherstand auf den FLASH-Speicher übertragen wird. Außerdem kann man in diesem Menü mit "Exit" zurück in das Menü gelangen, um ein anderes Spiel zu starten. Beim Verlassen des Spiels wird immer der aktuelle Stand gespeichert.
Um den Speicher des Emulators zu löschen, kann beim Starten des Emulators die Tastenkombination "SELECT", "HOCH" und "B" gedrückt werden.

Goomba (Gameboy/ Color Emulator)

Die angepasste Version von Goomba gibt es hier. Da der Gameboy Advance eine begrenzte Rechenleistung hat, ist der Goomba-Emulator nicht perfekt. Es kann also grundsätzlich in Spielen zu Problemen und Ungenauigkeiten kommen.
Für das Erzeugen einer ROM, die man auf eine Karte schreiben kann, werden aus dem Release die "goomba.gba"-Datei und die "goombafront.zip"-Datei benötigt. Aus der .zip-Datei kann die "goombafront.exe"-Datei ausgeführt werden.
Analog zum NES-Emulator wird auch hier das Tool genutzt, um Gameboy und Gameboy Color ROMs zusammen mit dem Emulator in einer Datei zu vereinen. Nachdem unter "Select Emulator File" die "goomba.gba"-Datei und unter "Select Output File" ein Speicherort für die fertige Datei angegeben wurde, kann man unter dem Punkt "Add GB/GBC Games" neue Spiele in die Liste hinzufügen. Dafür kann mit dem Dateibrowser in einen Ordner navigiert werden, der die entsprechenden Spiele enthält. Wird die .gb oder .gbc-Datei auf der linken Seite ausgewählt, kann sie mit dem "Add"-Pfeil in die Liste hinzugefügt werden. Ist das Spiel auf der rechten Seite ausgewählt, kann es mit "move up" oder "move down" in der Liste nach oben oder unten verschoben werden. Durch einen Rechtsklick auf den Namen in der rechten Liste kann der Name des Spiels im Menü der Konsole verändert werden. 
Durch Klick auf "Compile" wird eine der Angabe unter "Output File"-entsprechende Datei erstellt, die auf eine Cartridge geschrieben werden kann. Sie enthält den GB/C Emulator und die Spiele. Dabei darf die fertige Datei natürlich nicht größer als die Menge an Speicherplatz sein, die auf der Cartridge vorhanden ist.

Auf einem GBA ausgeführt, wird ein Menü angezeigt, das die einzelnen Spiele enthält. Nachdem innerhalb des Spiels gespeichert wurde, müssen die beiden Schultertasten L und R gleichzeitig gedrückt werden, damit der Speicherstand auf den FLASH-Speicher übertragen wird. Außerdem kann man in diesem Menü mit "Exit" zurück in das Menü gelangen, um ein anderes Spiel zu starten. Beim Verlassen des Spiels wird immer der aktuelle Stand gespeichert.
Um den Speicher des Emulators zu löschen, kann beim Starten des Emulators die Tastenkombination "SELECT", "HOCH" und "B" gedrückt werden.

Allgemeine Hinweise

Da für die Repros unterschiedliche Chips genutzt werden, solltest du sicherstellen, dass die Emulatoren und gepatchte Spiele wirklich speichern. Es wäre ärgerlich, wenn man eine Stunde bei einer Bahnfahrt spielt aber die Cartridge dann nicht richtig speichert.
Darüber hinaus werden für diese inoffiziellen Repros häufig minderwertige oder gebrauchte Chips genutzt. Es kann jeder Zeit passieren, dass die Repro einen Fehler bekommt und der Speicherstand verloren geht. Dinge, die wirklich wichtig sind, sollten nicht auf so einer Repro gespeichert werden.

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